DIE LANGOBARDEN IN ROMANS D’ISONZO

Romans d'Isonzo (Gorizia) - 45.88751, 13.44035

Das Alltagsleben von Adeligen, Kriegern und einfachen Leuten, wie es sich aus den Ausgrabungsergebnissen einer fundstücksreichen Nekropole schlußfolgern läßt.

 


 

In Romans d’Isonzo verfügen wir über ein einzigartiges archäologisches Vermögen: 

über eine der größten alten Nekropole in Norditalien. Eine Nekropole ist eine “Stadt der Toten”, ein Friedhof. Die Romanser Nekropole gehörte dem langobardischen Volk. 1986 wurde sie während Bauarbeiten auf einem unbestellten Acker zufälligerweise entdeckt. Danach wurde die Ausgrabungskampagne mehrmals wiederaufgenommen und man brachte insgesamt bis zu 334 Begräbnisstätten ans Licht. Die Archäologen haben Relikte ausgegraben, von denen sich die Anwesenheit einer wichtigen langobardischen Gemeinschaft in Romans vermuten läßt.

Die archäologische Untersuchung der Fundstücke hat ergeben, daß sich eine Gruppe von Kriegern samt ihren Familien (fara) in Romans einsiedelte. Das geschah am Anfang der großen Langobardenwanderung im Jahr 586 n.C. Diese Bevölkerung stammte aus Pannonien, dh aus dem heutigen Rumänien. Sie zog nach Italien unter Führung des Königs Alboin ab und durchquerte unsere Region, wo ein Teil von ihr das Herzogtum Friaul gründete.

Die Lage von Romans ist von strategischer Bedeutung, weil die Siedlung sich in der Nähe der wichtigsten Straßen befindet, die die Römer in unserer Region gebaut hatten. Das Straßennetz verband Aquileia, ein großes Handels- und Herstellungszentrum, mit Forum Julii (Cividale del Friuli) und Aemona (Ljubljana).

Außerdem kreuzen sich in diesem Gebiet drei Flüsse: Isonzo, Torre und Judrio.


Die Anwesenheit von langobardischen Kriegern zu Romans läßt sich konsequent durch die Notwendigkeit begründen, ein wichtiges Verkehrsknoten zu kontrollieren.

 




Nach Fertigstellung von Ausgrabungen und Untersuchungen ist die Nekropole zu einem Archäo-Park geworden. Es handelt sich um kein Museum im überlieferten Sinne des Wortes, sondern um eine Stätte, wo man der Tätigkeit der Archäologen beiwohnen kann und ferner wo die Lebensbedingungen der Langobarden anhand der Untersuchungen gedeutet werden. Am interessantesten ist außerdem die Tatsache, daß man das alltägliche Leben der Langobarden tats

ächlich sehen kann!


Es gibt nämlich in Romans zwei Kulturgemeinschaften, die das alles ermöglichen: die “Invicti Lupi” beschäftigen sich mit historischen Nachspielungen, die Assoziation “I Scussons” bemüht sich um die totale Einbeziehung der Besucher. Man kann originaltreue Bekleidungen mit Zubehör und Ausstattungen berühren, Heldentaten werden mit Inszenierung von Kampftechniken erzählt und verschiedene Alltagstätigkeiten werden aufgeführt. Ein paar Stunden lang ist es möglich, tausend Jahre rückwärts in die Zeit zu springen.



Mädchen und Jungen der Grundschule und der Sekundärstufe werden jedes Jahr in viele kunturellen Tätigkeiten hineingezogen.

 

 



Im Workshop über Lederberarbeitung haben uns die Invicti Lupi zur Herstellung eines Geldbeutels geführt. Nach Zuteilung des Materials – Kordel, Nadel und zwei Stücke Leder - haben sie uns die Bearbeitungsphasen beigebracht: Schneiden, Durchlöchern, Verknoten. Schließlich haben wir die Lederstücke genäht und unser Geldbeutel selbst erzeugt.


 

Man kann Waffen und Kampftechnik der Langobarden genau untersuchen. Wir haben sie vorsichtig auch ausprobiert!









Wir haben uns mit Stöcken, Lanzen, Schwertern und Beilen gemessen.


Alles wird organisiert, damit es zu Sportart werden kann, was einst militärische Auseinandersetzung war; etwa wie es beim Speerwurf und ähnlichen Sportarten heute passiert.

 







Was für medizinische Behandlungen gab es zur Zeit, in der Krankenhäuser und Apotheken nicht existierten?


Wir haben einige Auskünfte über die Pflanzenheilkunde gesammelt und somit verstanden, wie die Langobarden Zahnschmerzen und andere Krankheiten behandelten.

 

Wie schön und interessant war es, Ton und Metall selbst zu bearbeiten! Nur so versteht man, wie viel Zeit man braucht und welche Fähigkeiten man entwickeln soll, wenn man Juwele oder Gefäße wie die der Langobarden erzeugen will.

 










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